Bernd Schneider ist 50: Happy Birthday, Mister DTM!

Mercedes-Benz und AMG ist Bernd Schneiders sportliche Heimat: In 226 Rennen mit Tourenwagen von Mercedes-Benz gewinnt er 43 Mal und fährt 100 Mal aufs Podium. Den Spitznamen „Mister DTM“ trägt er völlig zurecht. Am 20. Juli 2014 feierte Bernd Schneider seinen 50. Geburtstag.

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Bernd Schneider Rennsport seit 1976, Afrikanischer Kart-Meister 1983, Deutscher Meister in der Formel Ford 2000 im Jahr 1985, Deutscher Formel 3-Meister 1987, Formel 1-Einsätze bei Zakspeed; mit AMG Mercedes Meister in der DTM und in der ITC 1995, DTM-Meister 2000, 2001, 2003 und 2006

Fünf Titel in der DTM sowie je einer in der ITC- und in der FIA-GT-Weltmeisterschaft stehen in seiner Vita. Damit ist Bernd Schneider einer der erfolgreichsten deutschen Rennfahrer überhaupt.

Schon früh zeigt Bernd Schneider Leidenschaft für die Rennfahrerei. Sein Vater, Horst Schneider, fördert die Neigung des Sohns nach Kräften: Mit fünf bekommt Bernd ein erstes Kart. Nach der mittleren Reife folgt der Sohn dem väterlichen Rat und absolviert eine Ausbildung zum Stahlbetonbauer. Zu diesem Zeitpunkt ist sich Bernd Schneider jedoch schon sicher: „Ich will Rennfahrer werden.“

Die meisten Leute, die den Rennfahrer Bernd Schneider kennenlernen, erleben ihn als sachlichen, gewissenhaften und humorvollen Menschen. Ihm zuzuhören, wie er von den Anfängen seiner Rennfahrer-Karriere erzählt, ist ein Erlebnis und garantiert jede Menge Pointen. Neben den zahllosen Anekdoten aus der erfolgreichen DTM-Zeit sind dabei die Geschichten aus der Anfangszeit besonders bildhaft: Acht Jahre lang tingelt Bernd Schneider als Kart-Fahrer durch Deutschland und die ganze Welt. Eine Reihe von Titeln, unendlich viele spannende, schreckliche, heitere und kuriose Erlebnisse und schließlich sogar der Gewinn der afrikanischen Kart-Meisterschaft sind das verdiente Resultat.

Eine Rennfahrer-Karriere wie aus dem Bilderbuch

Bernd Schneider wird 1964 in St. Ingbert (Saarland) geboren. Erste Erfolge im Rennsport erzielt er bei Kartrennen (Junioren-Weltmeister 1980) und in der Formel 3. Bernd Schneider startet auch in der Formel 1, bei den 24 Stunden von Le Mans und nimmt an der FIA-GT-Weltmeisterschaft teil (Titel 1997). Die Bühne, auf welcher der Rennfahrer seine glanzvollsten Triumphe feiert, ist jedoch die DTM: Ab 1992 fährt Bernd Schneider für Mercedes-AMG und holt für das Team den Meistertitel der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft des Jahres 1995; zuvor wird er 1992 und 1993 jeweils Dritter der Gesamtwertung. Nach der Neuauflage der DTM als Deutsche Tourenwagen Masters von 2000 an siegt Bernd Schneider 2000, 2001, 2003 und 2006, außerdem wird er 2002 Vizemeister.
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In seinem vorletzten DTM-Rennen am 5. Oktober 2008 in Le Mans zeigt Bernd Schneider noch mal seine ganze Klasse: Er besiegt den späteren DTM-Meister Timo Scheider im direkten Zweikampf hart, aber fair bei schwierigsten Bedingungen und stellt damit eindrucksvoll unter Beweis, dass er mit 44 Jahren noch nichts an Kampfgeist verloren hat. Sein letztes DTM-Rennen bestreitet Bernd Schneider am 26. Oktober 2008 auf dem Hockenheimring.

Im Anschluss an seine großartige aktive Karriere, die ihm den Spitznamen „Mister DTM“ eingebracht hat, geht Bernd Schneider seit 2010 im Kundensportprogramm von AMG an den Start. Hinter dem Lenkrad des Mercedes-Benz SLS AMG GT3 eilt er von Sieg zu Sieg: Allein im Jahr 2013 gewinnt er alle wichtigen Langstreckenrennen der Serie. Sein Fachwissen gibt Bernd Schneider zudem als Instruktor der AMG Driving Academy an Kunden von Mercedes-Benz weiter und ist darüber hinaus auch als Testfahrer und Markenbotschafter für AMG und Mercedes-Benz Classic aktiv.
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Runden und Rekorde: Die Saison 1995 spricht für sich

Es gibt Zahlen, die begeistern auf den ersten Blick: 11 Siege in 23 Rennen, davon 4 Doppelerfolge, zwei Rennwochenenden mit einer lupenreinen Dreier-Serie als Spitzenreiter vom Top-Qualifying bis ins Ziel beider Läufe, 9 schnellste Runden und 4 Pole-Positions. Bernd Schneider hat all dies binnen einer Saison geschafft. 152 Runden oder 447,480 Kilometer lang führt er während der Saison 1995 die hochqualifizierte und hochtechnisierte Tourenwagen-Flotte der Klasse 1 an. Als ihr unumstrittener Kapitän schafft er das Double: Bernd Schneider gewinnt den Meistertitel in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft und die Gesamtwertung der International Touring Car Series (ITC).

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Sterne in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) 1992: Klaus Ludwig war in dieser Saison Gewinner der DTM auf einem Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II. Den zweiten und dritten Platz belegen Kurt Thiim und Bernd Schneider, beide ebenfalls auf Mercedes-Benz. Die DTM-Fahrer auf dem Bild von links: Jacques Laffite, Jörg van Ommen, Bernd Schneider, Klaus Ludwig, Kurt Thiim, Roland Asch, Ellen Lohr und Keke Rosberg.

Nach dem Aus der DTM als Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft Ende 1996 nimmt sich Bernd Schneider mit Blick auf die Neuauflage der DTM als Deutsche Tourenwagen-Masters im Jahr 2000 viel vor: „Mein Ziel ist es, nicht nur der letzte DTM-Meister gewesen zu sein, sondern auch wieder der erste zu werden.“ Rückblickend darf sich der Saarländer als Wegbereiter der neuen DTM fühlen: Er fährt die allerersten Tests im neuen Mercedes-Benz CLK DTM-Tourenwagen und legt – zusammen mit dem langjährigen Teamkollegen Klaus Ludwig – die Basis für die CLK-Flotte in den Deutschen Tourenwagen-Masters. Dabei zeigt Schneider seine Qualitäten als Team-Player, das akribisch erarbeitete Wissen teilt er mit anderen: „Nur wenn alle zusammen an einem Strang ziehen, können wir unsere Ziele erreichen. Ich helfe jedem, denn das bringt das Team schneller voran.“

Auch von meiner Seite: Herzlichen Glückwunsch, Bernd Schneider und vielen Dank für viele tolle Rennen! Und mein absolutes Highlight bleibt, als Schneider von seinem Renningenieur auf einer Strecke, die unter Wasser stand, in Führung liegend, mit Slicks, von seinem Renningenieur kurz vor Ende des Rennens gefragt wird: „Bernd, goht’s no…?“ – Bernd Schneider gewinnt das Rennen, auch wenn manche schon auf Regenreifen gewechselt hatten. Hut ab!
(Quelle und Bilder: Daimler AG, „Bernd Schneider zum 50. Geburtstag„)

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