Wie aus „Daimler“ und „Benz“ die die „Daimler AG“ wurde Teil 1: Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft

Viele Automarken kommen und gehen. Auch traditionsreiche Namen gingen unter, Konzerne wurden vom größten Autobauer zum Insolvenz-Kandidaten. Aus einem Hersteller, der mit dem „Audi 50“ das Licht der Welt erblickte, wurde ein Premiumanbieter, der Premiumanbieter Opel, der mit dem „Diplomat“ einst in der ersten Liga spielte, erlebte die umgekehrte Entwicklung.
Mercedes-Benz und deren Vorgänger begründeten früh das „Premium Segment“ des Automobilbaus und konnten sich über all die Jahre auch dort halten.
Es war allerdings zu Anfang der Firmen- und Automobilgeschichte keinesfalls schon absehbar, dass der heutige Daimler-Konzern im Jahr 2011 auf eine erfolgreiche 125-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann.

Benz & Cie.

Carl Benz kein reicher Mann, der sich großartige Fehlschläge leisten kann. Seine Werkstatt in Mannheim kann in den ersten Jahren nur durch die Mitgift seiner Frau, Bertha Benz überleben. Nachdem die Geschäfte weiterhin schlecht laufen, sucht sich Carl Benz weitere Geldgeber, die sich bei seiner „Gasmotoren-Fabrik Mannheim“ investieren.

Dieses Unternehmen verläßt der Erfinder jedoch bereits nach einem Jahr wieder, da die seine Miteigentümer versuchen, Einfluß aus seine Erfindungen zu nehmen.
Kurz darauf kann Benz bereits neue Teilhaber für seine Ideen begeistern und so wird am 01.10.1883 die „Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik“ gegründet. Im Jahr 1886 stellt Carl Benz den Patent-Motorwagen vor und das Unternehmen wächst bis zur Jahrhundertwende zum größten Autohersteller heran. Aus der Benz & Co. wird die Aktiengesellschaft „Benz & Cie.“, aus den 50 Mitarbeitern im Wagenbau 1890 sind 1899 bereits 430 geworden.
Aus heutiger Sicht erscheint es als Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet das Konkurrenzprodukt „Mercedes“ ab dem Jahr 1901 die Erfolgsgeschichte jäh beendet und dazu führt, dass Carl Benz seine aktive Tätigkeit für die „Benz & Cie.“ einstellt. Ein Neuer „Kopf“ bei Benz soll nun dem Wettbewerb aus Untertürkheim mit neuen Modellen etwas entgegen setzen.
Nachdem auch diese Maßnahme die Situation nicht verbessert, kehrt Benz als Aufsichtsrat in die Firma zurück, die bisherige Geschäftsleitung und der Konstrukteur werden ausgetauscht. Ab 1905 stellt sich der wirtschaftliche Erfolg vor allem mit Fahrzeugen der Ober- und Luxus Klasse sowie bei Renn- und Rekordfahrzeugen („Blitzen-Benz, 1909) wieder ein.
Bis 1927 gehört Carl Benz dem Aufsichtsrat der Benz & Cie. und später der Daimler-Benz AG an. Als er 1929 stirbt, ist die Daimler-Benz AG längst zu einem international agierenden Topunternehmen der Automobilbranche mit 15.000 Beschäftigten geworden. Der Exportanteil beträgt 1929 bereits 15 Prozent am Gesamtabsatz.

Daimler-Motoren-Gesellschaft

Im Jahr 1865 trifft Gottlieb Daimler als Leiter einer Maschinenfabrik erstmals auf Wilhelm Maybach. Damit trifft sich ein geniales Erfinder-Team, nach einigen Arbeitsplatzwechseln landen beide bei der Gasmotorenfabrik Deutz, in der Daimler neben Nikolaus Otto („Otto-Motor“) zum Direktor aufsteigt. Daimler und Maybach sind es aber, die 1872 den Ottomotor zur Serienreife bringen.
Nach einem Streit verläßt Daimler die Firma Deutz und läßt sich in Cannstatt nieder. Dort will er schnell laufende Verbrennungsmotoren bauen, die Fahrzeuge „zu Lande und zu ‚Wasser“ antreiben können. Gemeinsam mit Maybach, der bei ihm angestellt ist, entwickeln er einen revolutionär verbesserten Einzylinder-Viertaktmotor, den die beiden 1883 zum Patent anmelden.
Das Wachstum der Firma mit 25 Angestellten schnell nicht mehr finanziert werden, auch Daimler ist auf Kapitalgeber angewiesen. Die „DMG“ (Daimler-Motoren-Gesellschaft) wird gegründet. Doch schnell kommt es auch dort zum Streit über die künftige Entwicklung des Unternehmens, zuerst scheidet Maybach aus der DMG aus, im Jahr 1894 auch Daimler. Dass dies kein freiwilliger Entschluß Daimlers war, kann angenommen werden.
Daimler widmet sich daraufhin mit Maybach der Weiterentwicklung des Automobils. Durch gute Beziehungen zu europäischen Mitstreitern gelingt es Daimler, seine Aktien wieder zurück zu kaufen und gemeinsam mit Maybach wieder zur DMG als Teilhaber und Vorstand zurückzukehren. Die Querelen gehen jedoch weiter und als Gottlieb Daimler im März 1900 stirbt, werden seine Erben entmachtet. Zwei Jahre nach dem Tod Daimlers fusionieren die Motorfahrzeug und Motorfabrik Berlin (MMB), die von den Teilhabern an Daimler vorbei gegründet wurde, und die DMG zu einer Gesellschaft, der „Daimler-Motoren-Gesellschaft“. Der Betrieb in Berlin entwickelt sich zum Nutzfahrzeugwerk der DMG.


(Bilder und Quelle: Daimler AG)

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