Großer Preis von Brasilien 2014 – nach dem Rennen ist vor dem Showdown

Nico Rosberg gewann den Großen Preis von Brasilien. Er kämpfte das gesamte Rennen über gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton. Gemeinsam erzielten die Silberpfeil-Piloten in Interlagos einen neuen Rekord für Doppelsiege. Und das bei Höchstspannung bis zur letzten Runde – und obwohl es eng aussah und Hamilton meinte, ohne seinen Dreher hätte er gewonnen, war Rosberg der Ansicht, das Rennen die ganze Zeit über „kontrolliert“ zu haben. Die Wahrheit über das wirklich Mögliche werden wir wohl nie erfahren, aber die Show war klasse bis zur letzten Runde!

  • Und für Mercedes ist der Titel noch nicht die einzige Befriedigung nach jahrelanger Kritik und manch hämischen Lächeln. Mit dem 15. Saisonsieg stellten die Silberpfeile die von McLaren 1988 aufgestellte Bestmarke für die meisten Siege in einer Saison ein.
  • Der elfte Doppelsieg für das Team in diesem Jahr ist ein neuer Rekord. Damit übertrifft das Team den Bestwert aus dem gleichen Jahr
  • Das Team hat nun 651 WM-Punkte in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gesammelt – die höchste Punktzahl, die je in einer Saison erzielt wurde. Damit übertrifft es den Rekord von Red Bull aus der Saison 2011

2014_46_f1_1Abu Dhabi: Nico Rosberg vs. Lewis Hamilton

Lewis und Nico liegen in der Fahrer-Weltmeisterschaft vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi 17 Punkte auseinander – dank der doppelten Punkte im letzten Rennen wird es noch einmal richtig spannend. Gewinnt Rosberg und Hamilton wird Zweiter, ist Hamilton Weltmeister: 50 Punkte gibt es für den Sieg, 36 für den zweiten Platz – macht also 14 Punkte Unterschied. Wird Hamilton Dritter und Rosberg gewinnt, holt Rosberg 20 Punkte auf und ist Weltmeister.

Es bleibt also spannend, denn die Williams Piloten werden sich nicht damit zufrieden geben, die beiden Mercedes-Piloten fahren zu lassen – auch Williams möchte mit guter Performance im letzten Rennen vor allem bei den Sponsoren in guter Erinnerung sein – und da machen sich Bilder von der Siegerehrung gut!

Andererseits sagt Rosberg auch realistisch, dass „ihr Auto (also der Mercedes) so schnell ist, dass es nicht so wahrscheinlich“ ist, dass sich ein Williams vor Lewis Hamilton setzen und halten kann.

Andererseits ist es bei einem Nachtrennen nicht so heiß – was den Williams tendenziell entgegen kommen sollte…. Ganz klar ist: Lewis Hamilton ist im Vorteil, er kann es in Normalform aus eigener Kraft schaffen – aber…. ein Rennen ist erst vorbei, wenn die schwarz-weiß Karierte Flagge geschwenkt wird – bis dahin wird Rosberg sicher alles versuchen – und Hamilton auch.

Toto Wolff hat versprochen, dass alles „doppelt gechecked“ wird, damit die Meisterschaft auf der Strecke und nicht durch einen Ausfall entschieden wird. Das ist zwar beruhigend, aber man kann davon ausgehen, dass die bisherigen Ausfälle auch nicht mutwillig herbeigeführt waren. Ein Restrisiko bleibt eben immer…. Und auch ein Massa-Überholmanöver hat in diesem Jahr schon für viel Schrott gesorgt, für mich nach wie vor das dümmste Manöver der Saison.

Andererseits hat Massa sicherlich noch Gelüste, Hamilton seine Weltmeisterschaft aus den Händen zu reißen: Man denke an 2008 als Massa für 37 Sekunden Weltmeister war – bevor Hamilton noch Timo Glock überholte und als fünfter durchs Ziel fuhr – und Weltmeister wurde.
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13.11.1994: Michael Schumacher zum ersten Mal Weltmeister

Und auch das ist irgendwie passend im Vorfeld des letzten Rennens 2014, denn ein gewisser Michael Schumacher lag auf Rang 2 in der WM-Wertung, nur ein Sieg vor Damon Hill hätte ihm den Titel gebracht.

Mit einem bis heute umstrittenen Fahrmanöver fährt er Hill ans Vorderrad, die Aufhängung bricht. Hill muss das Rennen beenden, Schumacher wird Weltmeister.

Andererseits wird niemand 7 Mal Formel 1 Weltmeister, wenn er immer artig zurückzieht – eine Erfahrung, die auch Nico Rosberg in diesem Jahr gesammelt hat. Und am Ende bleibt die Erinnerung an den Titel – bei Michael Schumacher bleiben viele Erinnerungen an tolle und langweilige Rennen als Ferrari und Schumacher zum Maß aller Dinge wurden. Aber man muss klar sagen, Ferrari war vor der „Schumacher-Ära“ weit davon entfernt, überhaupt in die Nähe eines Titels zu kommen.

Zum 20. Jubiläum seines ersten Titels wurde die Internetseite von Michael Schumacher neu gestartet (www.michael-schumacher.de) – und die Familie meldet sich mit einer Grußbotschaft zu Wort: „Noch immer erreichen uns täglich Genesungswünsche für Michael. Und noch immer macht uns das Ausmaß der Anteilnahme sprachlos. Wir können immer wieder Danke sagen dafür, dass ihr mit ihm und uns gemeinsam kämpft.“ Eine Neuigkeit über den Gesundheitszustand gibt es leider nicht – die Genesungswünsche werden alle auf der Internetseite des Weltmeisters gesammelt: http://www.michael-schumacher.de/fans/keepfightingmichael/

McLaren Honda – erste Teile für 2015 in Abu Dhabi?

Nachdem man schon dachte, McLaren würde vielleicht bei den Tests, die sich dem Rennen anschließen mit dem 2015er Renner antreten, scheint dies nun ausgeschlossen. Aber es kann gut sein, dass am aktuellen Auto schon Teile für den neuen Rennwagen angebracht sein werden – wenigstens in den Freitags-Trainings könnte man so schon Daten unter Rennbedingungen sammeln.

Romain Grosjean, Lotus und Toro Rosso

Für Romain Grosjean ist es grundsätzlich nicht schlecht, dass Lotus im kommenden Jahr mit Mercedes-Power an den Start geht. Für seinen Sponsor dagegen schon – denn der TOTAL Konzern findet es nicht Mega-prickelnd, wenn sein Schützling mit den Petronas-Flüssigkeiten am Start steht. Das ist zwar nicht unbedingt ein Grund, die Zusammenarbeit zu beenden, aber wenn sich beispielsweise bei Toro Rosso eine Tür auftäte, wäre das ein Grund, dort zu investieren. Denn der spanische Cepsa Ol-Konzern wird seine Sponsoring Gelder auf Real Madrid verlagern, hier könnte TOTAL also auch als Treibstofflieferant und nicht nur als Sponsor agieren. Außerdem ist TOTAL an der Nähe zu Renault nicht unineressiert. Ob das nun für Grosjean einen Teamwechsel oder einen Sponsorenwechsel bedeutet, werden die kommenden Wochen zeigen.

Kimi Räikkönen, die Hymnen vor dem Start – und „Geschäfte“

Da hat Kimi den F1-Chef Ecclestone ordentlich verärgert. Da er beim USA-GP dem feierlichen abspielen der Hymne fernblieb, wollte Ecclestone ihn über seinen Manager maßregeln. Dieser sprach von einem „unglücklichen Missverständnis“.

Es ist aber nicht das erste Mal, dass Kimi eine Show vor dem Start schwänzt. Als er in Brasilien eine Vorstart-Show mit Pele verpasst hat, erklärte er, er habe gerade ein Geschäft verrichtet – wörtlich: “ I was having a shit!“ – präziser hätte es der Iceman nicht formulieren können…..

Interessant: Caterham findet neuen Interessenten durch Crowdfunding

„Crowdfunding“, also das Suchen von Risikokapital im Internet, bei dem man mit kleinen Beträgen normalerweise bei Start-Up Unternehmen einsteigen kann um dann in einigen Jahren die Anteile mit Gewinn zu verkaufen, hält nun also Einzug in die Formel 1 – zumindest kurzfristig. Laut Insolvenzverwalter ist die Nachfrage sehr groß.

Allerdings ist ein „Crowdfunding-Team“ wohl kaum dauerhaft zu führen. Beim Crowdfunding wird man entsprechend der Einlage eben Teilhaber der Firma. Und wenn das sehr viele sind – das ist ja der Sinn des Crowdfundings – kann ein Teammanager an den Eigentümern wohl auch verzweifeln.

Andererseits hat sich durch diese Aktion auch ein Interessent gemeldet, der das Team gerne übernehmen möchte. Das wäre natürlich ein Glücksfall und man muss sehen, wie sich die Dinge entwickeln.

Der Start in Abu Dhabi scheint durch die Crowdfunding Aktion jedoch zumindest nicht ausgeschlossen.
(Quelle und Bilder: Daimler AG, „Rennen GP Brasilien 2014“ eigene Recherche)

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