Großer Preis von Brasilien 2014 – Formel 1 aktuell

GP USA – Rennen

Lewis Hamilton erzielte in Austin seinen dritten Sieg beim Großen Preis der USA. und seinen fünften Rennsieg in Folge. Lewis und Nico erzielten den zehnten Doppelsieg des Teams in dieser Saison. Damit stellten sie den Rekord von McLaren aus dem Jahr 1988 ein. Das Ergebnis bedeutet, dass nur noch ein Fahrer des MERCEDES AMG PETRONAS Teams die Fahrer-Weltmeisterschaft 2014 gewinnen kann.

Nach seinem zehnten Saisonsieg hat Lewis nun mehr Formel 1-Rennen gewonnen als jeder andere britische Fahrer (32), worauf er auch stolz ist. Obwohl er zugibt, dass das Auto da natürlich auch entscheidend ist.

Nico Rosberg meinte nach dem Rennen, dass sich der zweite Platz „schlimm“ anfühle. Er habe es einfach nicht hinbekommen, seinen Rhythmus zu finden, da die Bedingungen (Untersteuern) anders waren, als am Tag zuvor. Als er seinen Rhythmus gefunden hatte, ging es auch wieder besser – die Zeiten der beiden Mercedes-Piloten waren nahezu identisch. Daher gratulierte Rosberg auch anständig: „Lewis hat heute einfach bessere Arbeit abgeliefert.“
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Und auch wenn Hamilton weiter die Nase vorn hat – es bleibt spannend und am kommenden Sonntag geht es in Brasilien weiter.

GP Brasilien-Interlagos

Lewis Hamilton hat an diesen Kurs besondere Erinnerungen: “ In der Saison 2008 musste ich dort Fünfter oder besser werden, um den WM-Titel zu gewinnen. Aber bis zur letzten Kurve der letzten Runde war ich Sechster. Ich überholte Timo (Glock) innen und als ich über die Ziellinie fuhr, wusste ich nicht, ob ich es geschafft hatte. Ehrlich gesagt wusste ich danach eine Weile nicht, was los war. Bis das Team mir über Funk mitteilte, dass ich die Weltmeisterschaft gewonnen hatte.“ Seine Podiumsbilanz in Brasilien dagegen ist eher bescheiden. Nur einmal reichte es dafür.

Die Strecke: Eine gute Mischung

Interlagos ist eine fordernde Strecke, die stets einige Überraschungen parat hält. In der Vergangenheit fand hier oft das Saisonfinale statt, was zu ungewöhnlichem Verhalten bei den Fahrern führen kann. Normale Vorgänge wie die Einfahrt in die Boxengasse können dann einige Fahrer eiskalt erwischen. Sie kennen natürlich das Reglement, dennoch ist es nicht ungewöhnlich, dass Strafen für wiederholtes Fehlverhalten bei der Boxeneinfahrt ausgesprochen werden. Denn diese ist auf dieser Strecke etwas ungewöhnlich. Aber auch abseits des Cockpits trägt eine Vielzahl an einzigartigen Charakteristiken zur Unvorhersehbarkeit in São Paulo bei. Das Wetter ist sehr variabel. Oft regnet es stark während der Trainings und ist dann am Sonntag komplett trocken. Das hat uns in den vergangenen Jahren einige faszinierende Rennen beschert, in denen sich die Fahrer und Teams schnell an unbekannte Bedingungen gewöhnen mussten. Aufgrund der Höhenunterschiede läuft das Wasser zu bestimmten Zeitpunkten über die Strecke. Das kann dazu führen, dass die Session unterbrochen wird. Die Streckentemperaturen können ebenfalls stark variieren. Sie können bis zu 48 Grad heiß werden, aber auch bis auf niedrige Werte um die 20 Grad fallen. Diese Schwankungen können nicht nur von Jahr zu Jahr auftreten, sondern auch von Tag zu Tag. Dadurch ist es schwierig, die richtige Setuprichtung für jede Session vorherzusagen.
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Streckenoberfläche

Die Strecke wurde gerade erst beinahe komplett neu asphaltiert. Das bedeutet eine nicht zu unterschätzende Unbekannte für das Wochenende. Das hat sich bereits in Sotschi gezeigt. Dort verhielten sich die Reifen vor allem während des Rennens ungewöhnlich. Das Ausmaß hängt von der Qualität der Streckenoberfläche ab, wie lange sie schon benutzt wird und welche Materialien verwendet wurden. Ein weiterer Faktor wird sein, wie glatt der Belag ist. Denn dadurch könnten die bisher immer recht starken Bodenwellen ausgeglichen worden sein. Auch das Gripniveau, sowohl zu Beginn des Wochenendes als auch im Verlauf dessen, wird Einfluss darauf haben, wie viele Einstellungen von Run zu Run vorgenommen werden müssen, um mit der Weiterentwicklung der Strecke Schritt zu halten. All diese Fragen müssen so schnell wie möglich beantwortet werden. Dabei könnte es einige Überraschungen geben, ganz besonders mit Blick auf die weichere Reifenwahl mit der weichen und der mittleren Mischung.

Höhenlage

Die Höhenlage der Strecke hat schon seit jeher Einfluss auf die Motorleistung. Elektrische Leistung ist davon jedoch nicht betroffen. Das macht die Hybrid-Elemente der Power Unit umso stärker auf diesem Kurs. Eine Runde ist mit gerade einmal 4,309 km Länge recht kurz. Auch das steigert den Einfluss der elektrischen Leistung. Vor allem im letzten Sektor, dem langen Anstieg in Richtung Start/Ziel, müssen die Fahrer sicherstellen, dass sie ausreichend Hybrid Power aufgehoben haben, um ihre Geschwindigkeit zu optimieren. Wer an diesem Punkt zu wenig elektrische Leistung zur Verfügung hat, ist für einen Angriff eines anderen Fahrers anfällig. Das sollte Runde für Runde zu faszinierenden Zweikämpfen führen, indem sich Autos auf den beiden DRS-Geraden fortwährend gegenseitig überholen.

Überholen

In Brasilien erleben wir häufig eine hohe Anzahl an Überholmanövern – und das nicht immer in Kurven, in denen man es erwarten würde. Die DRS-Zonen vor den Kurven eins und vier sind die offensichtlichsten Überholstellen. Es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dass die Fahrer ein mutiges Manöver an einer unerwarteten Stelle probieren. Das wird in diesem Jahr mit Blick auf den frischen Asphalt besonders interessant. Denn jetzt müssen die Fahrer das Gripniveau rund um die Strecke neu herausfinden. In der ersten Kurve kommt es zudem häufig zu Berührungen, ganz besonders auf der ersten Runde. Auch dieser Faktor könnte durch das fehlende Wissen über das Gripniveau gesteigert werden.
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Red Bull und Sebastian Vettel

Sebastian Vettel glaubt, dass die Mercedes-Dominanz auch im kommenden Jahr anhalten wird, zu groß sei der Vorsprung. Allerdings glaubt er auch, dass die Wetterkapriolen in Brasilien auch Red Bull und ihm Chancen eröffnen und treibt das Team an, das Auto perfekt vorzubereiten, um noch einen Rennsieg für seinen bisherigen Arbeitgeber zu schaffen.

Nach wie vor ist nur offiziell, dass Vettel Red Bull zum Saisonende verlässt. Dass er zu Ferrari gehen soll, ist ein offenes Geheimnis, das aber nicht bestätigt ist.

Fernando Alonso, Jenson Button und McLaren

Nach wie vor gibt es auch da nichts Neues. Alonso behauptet, einen konkreten Plan „im Kopf“ zu haben, lässt sich aber nicht in die Karten schauen. Andererseits: Sollte er sich tatsächlich verspekuliert haben – er hat einen gültigen Vertrag mit Ferrari für 2015, verhungern wird er also sicher nicht.

Inzwischen mehren sich aber auch die Berichte, dass Jenson Button sein Formel1-Rückzug verkünden könnte. Er hatte das schon einmal laut gedacht, als sein Vater gestorben ist.

Caterham

Der Insolvenzverwalter gibt sich optimistisch, dass Caterham in Abu Dhabi wieder dabei sein wird. Spannend an dieser Frage ist der Kampf um Platz 9 der Konstrukteurs WM – und damit um 10 Millionen Dollar. Denn eigentlich sind die Teams verpflichtet, bei allen Rennen anzutreten. Wenn Caterham und Marussia wegfallen, könnte das punktlose Team Sauber darauf Klagen, auf Platz 9 gesetzt zu werden, auch wenn Marussia die Punkte dazu hätte. Aber vielleicht ergibt sich das ja auch im Rennen, der Startplatz von Adrian Sutil in Austin wäre ja für Punkte gut gewesen, noch zwei Rennen, in denen man so einen Platz heimfährt und alle rechtlichen Themen sind vom Tisch.

Audi dementiert Formel 1 Einstieg 2016

Dr. Wolfgang Ullrich sieht sich genötigt, den Einstieg von Audi in die Königsklasse zu verneinen – denn natürlich kamen die Gerüchte nach der Verpflichtung von Ex-Ferrari Teamchef Stefano Domenicali auf. Allerdings passt auch die Hybridlastige Technologie der Formel 1 derzeit nicht zu Audi.

Für die Zukunft gebe es jedoch noch keine Entscheidungen. Man kann also weiterspekulieren….

(Quelle: Daimler AG, „GP Austin„, „Vorschau GP Brasilien„, eigene Recherche, Bilder: Daimler AG)

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