Großer Preis von Deutschland – FRICschau auf Sonntag

FRIC (Front-and-Rear Interconnected)  – bis vor wenigen Minuten ein mir völlig unbekanntes System ist der aktuelle Zankapfel der Formel 1 Teams.

Das FRIC System ist seit 2008 im Einsatz und stellt über Hydraulikleitungen eine Verbindung zwischen den 4 einzelnen Radaufhängungen her um die Fahrzeughöhe regulieren können. Damit wird die aerodynamische Effizienz der Formel 1-Fahrzeuge verbessert. Das System, das vom ehemaligen Renault-Team (jetzt Lotus) 2008 eingeführt worden ist, wird bei Mercedes AMG als komplexestes System aller Teams genutzt. Nun ist es wie immer, wenn ein Rennstall die Saison dominiert – die FIA sieht sich berufen, etwas dagegen zu unternehmen.

2014_29_fric_1“Da wir nun fast alle Designs des Aufhängungssystems gesehen und studiert haben, sind wir, die FIA, offiziell der Ansicht, dass die Legalität all dieser Systeme in Frage gestellt werden kann”, so die Mitteilung von FIA-Direktor Charlie Whiting an die Teams. Das FRIC-System könnte gegen Artikel 3.15 des Technischen Reglements verstoßen, in dem es um bewegliche aerodynamischeHilfsmittel geht.

FRIC-Aufhängung ohne Elektronikeinsatz

Mercedes arbeitet bereits seit über 3 Jahren an dem System, Red Bull setzt es seit 2013 ein, alle anderen Teams haben das System seit dieser Saison im Einsatz. Aus Kostengründen haben nun die beiden kleinen Teams, Marussia und Caterham eine Kampagne gegen das System angeschoben.

Aufgrund der langjährigen Entwicklung bietet das Mercedes-FRIC-System den besten Komfort in der Fahrwerkvernetzung. Das System ist im Grunde eine aktive Aufhängung, das den Rennwagen immer in der aerodynamisch günstigen Position hält. Zum Erkennen der jeweiligen Radlasten und zum Reagieren wird hierbei jedoch keine Elektronik verbaut, sondern eine ein hydraulisches oder pneumatisches Netzwerk. Das System erkennt und reguliert über Stellglieder an 4 Ecken des Fahrzeugs die Bodenhöhe. Und das hat in der Form kein anderer Rennstall.

FRIC-Verzicht in Hockenheim

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat es am Donnerstag bestätigt: Bei der Technischen Abnahme vor dem Grand Prix von Deutschland wurde bei keinem Auto das vernetzte Fahrwerk gefunden. Somit haben alle Teams auf die Mitteilung der FIA reagiert, wonach das System als bewegliches aerodynamisches Hilfsmittel interpretiert werden kann und somit nicht dem Reglement entsprechen würde.

Die Gefahr, dass der Grand Prix von Protesten überschattet werden könnte, scheint damit gebannt. Unklar ist allerdings, wie sich die Einschränkung auf das Kräfteverhältnis auswirken wird.

Am Freitag Morgen jedenfalls dominierten die beiden Mercedes nach wie vor – allerdings waren viele „Ausritte“ neben die Strecke zu beobachten, da sich das Fahrverhalten für die Piloten offenbar doch merklich ändert.

Aber – diesen Nachteil haben ja alle, daher dürfte sich aus dem Verbot auch kein Vorteil für ein Team ergeben.

Dubios bleibt aber, dass alle Teams mit einem System in die neue Saison starten, das man dann plötzlich als illegal erklärt – wie albern. Entweder, die Autos waren bei Saisonstart alle illegal – oder eben nicht.
(Quelle: MBpassion.de, „FRIC-System„)

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