Großer Preis von Großbritannien 2014 – Vorschau

Der neunte WM-Lauf der Formel 1-Saison 2014 findet auf dem Silverstone Circuit statt. Tradition trifft Hybrid. Und Lewis Hamilton seine Landsleute, die ihm sicherlich zahlreich die Daumen drücken werden – weshalb er sich natürlich besonders auf das Rennen freut. Zuletzt hat er sein Heimrennen 2008 gewonnen.

Aber da die Autos von Rosberg und Hamilton in England gebaut werden, ist das Rennen für das ganze Team irgendwie ein Heimrennen – und auch Rosberg hat gute Erinnerungen an die Atmosphäre und an das Rennen selbst (Sieg in 2013). Ob die Engländer allerdings so freundlich zu ihm sind wie in der Vergangenheit, als er noch nicht im Titelkampf mit einem Engländer stand, werden wir erleben.

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Es ist angerichtet für eine neue Runde im „Kampf der Sterne“.

Das Wetter, der Wind und die Temperaturen – all das kann sich am Rennwochenende in wilder Reihenfolge ändern und etwas „Salz“ in die Suppe des Rennens geben. Denn jeder Formel 1 Fahrer kennt die Strecke sehr gut, denn neben der Formel 1 gastieren hier auch alle möglichen Nachwuchsserien.

Die Strecke

Silverstone ist eine der ältesten Strecken im Rennkalender. Obwohl der Kurs im Verlauf der Jahre verändert wurde, gehört er seit dem Beginn der Formel 1-Weltmeisterschaft fast durchgängig zum Inventar eines Formel 1-Jahres. Ein Blick auf den Streckenverlauf verrät: Es gibt nur sehr wenige langsame Kurven, dafür aber viele mittelschnelle und schnelle. Das stellt eine ganz andere Herausforderung dar, als die bisherigen Strecken in dieser Saison. Ein interessanter Bestandteil der aktuellen Streckenvariante ist die neue Boxengasse, die 2014 zum dritten Mal genutzt wird. Das Ungewöhnliche daran ist, dass es – selbst bei einem Speedlimit von 80 km/h – einen Tick schneller ist, durch den ersten Abschnitt der Boxengasse zu fahren, als auf der Strecke zu bleiben. Denn so lässt man die drei Kurven Vale, Club und Abbey aus. Natürlich ist die Gesamtzeit in diesem Sektor immer noch langsamer, wenn man einen Boxenstopp absolviert, aber es ist selten, dass es so einen engen Zeitunterschied zwischen der Fahrt durch die Boxengasse und auf der Strecke gibt.

Klima

Die Wetterverhältnisse in Silverstone sind traditionell sehr wechselhaft. Selten gab es hier ein Rennwochenende, an dem es nicht wenigstens einmal im Verlaufe einer Session geregnet hat. In der Saison 2013 fanden zum Beispiel beide Freitagstrainings im Nassen statt. Das Samstagstraining begann derweil im Trockenen und endete im Nassen. Das Qualifying war ebenfalls verregnet, aber im Rennen blieb es trocken. Umso schwieriger sind Vorhersagen, insbesondere für die Reifenwahl. Im vergangenen Jahr war das Wissen um das Verhalten der Trockenreifen zu Rennbeginn relativ gering. Auch Temperaturveränderungen können großen Einfluss haben. Es ist hier nicht ungewöhnlich, dass die Umgebungstemperaturen von einem Tag zum anderen zwischen 18 und 27 Grad schwanken. Aus diesem Grund können die Autos nicht so sehr am Limit abgestimmt werden, wie es die Teams gerne hätten, ganz besonders mit Blick auf die Kühlung. Die Wettervorhersagen sind in Silverstone normalerweise recht verlässlich und stimmen meistens bis auf ein paar Grad überein. Dennoch kann die Wolkendichte einen merklichen Einfluss haben, weshalb die Teams stets vorsichtig sind. Die Lage auf einem ehemaligen Flugplatz ist ein weiterer Schlüsselfaktor, vor allem für die Fahrer. Auf den meisten Strecken sind Windgeschwindigkeiten bis zu acht km/h die Norm. In Silverstone sind jedoch Windgeschwindigkeiten von 22-23 km/h und Windböen bis zu 40 km/h keine Seltenheit. Auch die Windrichtung kann sich von einem Tag auf den anderen radikal verändern. Der Wind kann sich durchaus um 180 Grad drehen.

Safety Cars

Safety Car-Einsätze sind in Silverstone normalerweise nicht sehr verbreitet. Die Strecke ist recht breit und bietet in den meisten Kurven weitläufige Auslaufzonen. Somit gibt es im Normalfall genügend Raum, um ausgefallene Autos ohne Unterbrechung zu bergen. Außerdem gehören die Streckenposten hier zu den Besten der Welt. Der Rennsport ist in Großbritannien in der Kultur verankert und die Streckenposten lösen die meisten Zwischenfälle schnell und effektiv.

Überholen

Es mag nicht so deutlich sein wie in Montreal, aber Silverstone gehört zu den Strecken im Rennkalender, auf denen sich die meisten Überholmöglichkeiten bieten. Die High-Speed-Charakteristik des Kurses bedeutet, dass die Fahrer mutig sein müssen, aber dann gibt es einige Schlüsselbereiche im Verlauf einer Runde, die Überholmanöver ermöglichen. Es gibt viele Kurven, in die der Fahrer viel Speed mitnehmen kann. Dabei kann er aber auch verschiedene Linien fahren – sowohl in der Kurve als auch am Ausgang. Das kann zu Überholmanövern führen.

Reifen

Bei diesem Rennen kommen die mittlere und die harte Reifenmischung zum Einsatz. Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass diese Strecke mit Blick auf die Belastung der Reifen zu den anspruchsvollsten des Jahres zählt. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die härtesten Mischungen zu verwenden. In der Saison 2013 gab es einige Reifenschäden, die aufgrund der Streckencharakteristik nur in Silverstone auftreten konnten.
(Quelle und Bild: Daimler AG, „Vorschau Silversone 2014“)

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