Großer Preis von Japan 2014 – Vorschau

Der „Krieg der Sterne“ geht in eine neue Runde – am Sonntag ab 8 Uhr MESZ werden die Argumente nicht mehr medial sondern auf der Strecke ausgetragen – vorausgesetzt, beide Autos kommen ohne technischen defekt ins Ziel. Dann ist alles angerichtet für spannende letzte Rennen der Formel 1 Saison 2014. Für beide Mercedes Piloten gut ist, dass sie ihr Motorenkontingent für diese Saison noch nicht ausgereizt haben – im Gegensatz zum Beispiel zu Sebastian Vettel, der beim nächsten Wechsel eine Rückversetzung in der Startaufstellung in Kauf nehmen muss. Und er fährt seinen Motor bereits seit dem GP von Belgien.

2014_40_f1_1Rosberg vs. Hamilton

Bei Rosberg und Hamildton gibt es indes nichts Neues. Hamilton erklärt, dass er Rosberg für psychisch stark hält und dieser das immer gewesen sei. Hamilton kennt Rosberg aus verschiedenen Rennserien seit der Kinderzeit und kann das sicher einschätzen. Dass er das aber gerade jetzt zum Besten gibt, hat sicher seine Gründe. Rosberg dagegen, der die Formel 1 Geschichte liebt, freut sich über Vergleiche mit Prost/Senna Duell, denn die beiden sind für ihn „Legenden des (Formel 1-) Sports“.

Beide hoffen darauf, ein gleichwertiges Auto zu bekommen und nicht aufgrund eines technischen Defektes auszuscheiden. Natürlich hofft das jeder der Piloten nur für sich selbst…

3 Punkte trennen die beiden und wenn nicht beide ausfallen, wird sich das wohl ändern. Am Sonntag wissen wir dann, wie.

Fernando Alonso, Kimi Raikkönen und Ferrari

Fernando Alonso wird in diesen Tagen immer wieder als neuer Fahrer bei McLaren gehandelt. McLaren steigt in der kommenden Saison auf Honda Motoren um und Honda möchte, wenn es denn schon Geld kostet in der Formel 1, auch einen Spitzenpiloten an Bord haben. Dass Alonso bei Ferrari nicht glücklich ist, ist bekannt – und er kritisiert sein aktuelles Arbeitsgerät weiterhin öffentlich, was seinem neuen Chef, zu dem er auch kein gutes Verhältnis hat, nicht wirklich behagen kann. Dagegen ist Kimi Raikkönen seit dem Singapur GP glücklicher mit dem Auto und meint, nun erstmal mit dem Auto „richtig“ fahren zu können, weil es sich seinem Fahrstil angepasst habe. Typisch „Iceman“: Das Auto muss sich dem Fahrtstil anpassen, nicht umgekehrt. Denn schließlich würde er auch nicht schneller fahren, wenn er sich verändern würde – meint der Finne.

Strecke

Seit dem Rennen in Hockenheim im Juli besaß jede Strecke im Rennkalender eine besondere Charakteristik in die eine oder andere Richtung. Der Hungaroring und der Marina Bay Street Circuit sind enge, winklige Strecken auf denen es nicht so sehr auf die Leistung ankommt und die nur wenige Überholmöglichkeiten bieten. Spa und Monza stellten das genaue Gegenteil dar. Diese Strecken boten mit ihren langen Geraden ein hohes Augenmerk auf die Leistung und stellten hohe Ansprüche an die Power Units. Suzuka darf man hingegen eher als „normale“ Strecke bezeichnen. Es bietet eine gute Mischung aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven mit einer durchschnittlichen Streckenlänge.

Streckenbedingungen

Die Strecke wird im Verlauf des Jahres voneiner Vielzahl verschiedener Motorsportrennserien genutzt. Die Weiterentwicklung der Streckenbedingungen zwischen dem Freien Training am Freitag und dem Qualifying liegt im mittleren Bereich und beträgt rund zwei Sekunden.

Besonderheiten der Strecke

Japan ist mit Blick auf die Zeitverschiebung eines der härtesten Wochenenden der Saison für die Teams. Hier fällt die Umgewöhnung besonders schwer. Das gilt besonders für alle jene, die in den Fabriken in Brackley und Brixworth arbeiten und praktisch für diese Woche eine Nachtschicht einlegen müssen. Das führt unvermeidlich zur Belastung des Körpers. Suzuka selbst ist die einzige Strecke im Rennkalender in Form einer Acht. Der Abschnitt zwischen den Kurven 14 und 15 führt über jenen zwischen den Kurven neun und zehn. Das Verhältnis von Links- (acht) und Rechtskurven (zehn) ist ausgeglichen. Das bedeutet eine relativ gleichmäßige Reifenabnutzung auf beiden Seiten des Autos. Zusätzlich gibt es viele Höhenunterschiede. Der größte liegt zwischen Kurve eins, den dazwischen liegenden S-Kurven sowie der Dunlop-Kurve (Kurve sieben).

Wetter

In Suzuka gibt es regelmäßig Veränderungen der Wetterfronten. Nicht zwangsläufig im Verlauf eines Rennwochenendes, aber durchaus von Jahr zu Jahr. Die Umgebungstemperaturen liegen im Bereich von 23 bis 25 Grad. Die Streckentemperaturen schwanken normalerweise zwischen 25 und 38 Grad. Der Grund dafür ist die sich ständig wechselnde Wolkendecke über dem Kurs. Regen ist nicht ungewöhnlich. Die schwülen Bedingungen führen regelmäßig zu recht starken nächtlichen Gewittern, die sich auch in den folgenden Tag hinein erstrecken können. Wenn es in Suzuka regnet, regnet es richtig. Das zeigte sich zuletzt bei den legendären Papierschiffchenrennen in der Boxengasse im Jahr 2010.

Reifen

Die Strecke in Suzuka ist mit Blick auf die Reifenenergie im oberen Bereich der Skala angesiedelt. Eine Runde bietet viele schnelle Passagen, angefangen bei den S-Kurven. Diese ähneln im Stil der Eau Rouge und gehören zu den bekanntesten Streckenteilen der Welt. Jede Kurve geht in die nächste über und setzt die Reifen starken Belastungen aus. Wie in der Saison 2013 kommen bei diesem Rennen die harte und die mittlere Reifenmischung zum Einsatz. Diese Mischungenhaben sich in dieser Saison als sehr vorhersehbar erwiesen. Somit darf ein ähnlicher Trend bei den Boxenstopps erwartet werden. Im vergangenen Jahr kam eine Mischung aus Zwei- und Drei-Stopp-Strategien zum Einsatz. Ein Großteil der Spitzenfahrer entschied sich für die erste Variante.

Überholen

Im Gegensatz zum vergangenen Rennen in Singapur bietet der Kurs in Suzuka eine Vielzahl an guten Überholmöglichkeiten. Die beliebtesten Überholstellen sind normalerweise die erste Kurve und die Anbremszone vor der letzten Schikane. Obwohl Überholmanöver möglich sind, sind sie keineswegs einfach. Die Fahrer werden oft zu spektakulären Manövern gezwungen. Es ist höchst interessant anzusehen, wenn zwei Autos Seite an Seite durch die ersten Kurven fahren oder ein Fahrer sich für einen Angriff ausgangs der 130R für die letzte Schikane in Stellung bringt.

Safety Car

Oberflächlich betrachtet erscheint die Strecke in Suzuka keine hohe Safety Car-Wahrscheinlichkeit zu besitzen. Tatsächlich verlief nur der Große Preis von Japan 2013 seit der Rückkehr des Rennens in den Rennkalender 2009 ohne einen Safety Car-Einsatz. Die Strecke zählt zu den „Old-School“-Kursen im Kalender. Aus diesem Grund bestehen die Auslaufzonen vor allem aus Wiesen, Kiesbetten und Reifenstapeln. In Kombination mit dem High-Speed-Streckenverlauf führt dies dazu, dass viele Zwischenfälle zu einer Neutralisierung des Rennens führen können. Die enge erste Kurve ist ein weiterer wichtiger Faktor. Hier kommt es vor allem auf der ersten Runde zu Berührungen.
(Quelle und Bild: Daimler AG, „Vorschau Japan GP 2014„, eigene Recherche)

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