Großer Preis von Monaco 2014 – Krieg der Sterne (?)

Ein Glück, war Gorge Lucas, der Universums-Saga an der Rennstrecke, als der „Krieg der Sterne“ in Monaco gastierte. Man mag sich nun aussuchen, wer die Rolle des Darth Vader und des Luke Skywalker übernehmen darf – ein objektives Urteil ist als Außenstehender sowieso nicht möglich. Was war passiert?

2014_23_f1_1
Einer schaut jetzt nicht so glücklich…Hamilton lächelt gequält – dabei hätten viele gerne mit ihm getauscht – Sebastian Vettel zum Beispiel, der ausschied

Nico Rosberg hatte durch einen Verbremser kurz vor Ende des Qualifyings dafür gesorgt, dass gelbe Flaggen geschwenkt wurden und damit keine schnellsten Runden mehr möglich waren. Somit konnte Hamilton die bisherige Bestzeit von Hamilton nicht mehr kontern. Rosberg behielt die Pole-Position. Rosberg sagt, er wollte einfach seine Runde verbessern und habe dabei einen Fehler gemacht – was die Telemetrie auch zu bestätigen schienen. Und dennoch war da ein „Gschmäckle“ an dieser Geschichte. Man erinnere sich an 1996, als ein gewisser Michael Schumacher die Strecke in ähnlicher Weise blockierte. Hier waren die Rennkommissare aber der Meinung, dass Absicht zu unterstellen sei und versetzten ihn auf den letzten Startplatz. Delikaterweise hatte Schumacher damals Fernando alonso und – man kann es schon fast erraten – Nico Rosberg blockiert (ob nun absichtlich oder unabsichtlich). Als „Drecksack“ bezeichnete Nicos Vater Keke Rosberg damals Michael Schumacher, auch Lauda und andere ehemalige Rennfahrer fanden wenig freundliche Worte. Michael Schumacher beteuerte jedoch stets seine Unschuld. Und nun? Nun wittert natürlich das Hamilton-Lager Betrug, denn in Monte Carlo ist eben der erste Startplatz die halbe Miete zum Sieg – und Rosberg musste gewinnen, wenn er seine Chance auf den Titel nicht verlieren wollte. Andererseits muss man sehen, dass sich Hamilton auch an diverse Absprachen nicht gehalten hat und Nico damit schon einige Male übervorteilt hat in diesem Jahr. Als er dann nicht an die Box durfte, wie er wollte, war für die „Hamiltons“ klar, dass sie an diesem Sonntag nicht gewinnen sollten – und dementsprechend unzufrieden war Lewis auch mit dem Rennverkauf. Als er sich kurz vor Rennende erkundigt, was denn „die anderen“ machen, teilt man ihm die Abstände zum führenden Rosberg und zum nach ihm folgenden Ricciardo mit. „Was interessiert mich der Ricciardo?“ hörte man Hamilton sagen – nun, das sollte sich dann aber noch ändern, denn derjenige, der ihn nicht interessierte hätte jagte ihn noch ordentlich um den Kurs… Am Ende gab es wieder einen Doppelsieg für Silber, die beiden Fahrer scheinen aber die bisher immer propagierte Freundschaft an den Nagel gehängt zu haben. Schade eigentlich… Aber vielleicht ist es auch nicht anders möglich, wenn man um die WM-Krone fährt. Nicht nur die Tatsache, dass Rosberg seit Ayrton Senna der erste Fahrer, der zwei Jahre hintereinander in Monaco gewinnen konnte (Senna schaffte 5x in Folge), ist, erinnerte an eine legendäre Feindschaft zweier Piloten. Ayrton Senna und Alain Prost – gegenseitiges blockieren, ins-Auto-fahren – all das war bei dieser Paarung zu erwarten und passierte auch. Und auch wenn die anderen Teams in dieser Zeit eher Statisten waren – die Zuschauer schwärmten vom Titelkampf. An diese Szenen scheint man sich bei Mercedes AMG auch zu erinnern und versucht gar nicht erst, den Brand zu löschen. Nicht einmal Daimler-Chef Zetsche nimmt ein Blatt vor den Mund und auf die Frage, ob es zwischen seinen beiden Angestellten „ein wenig“ knistert, sagt er, „nicht wenig, heftig“. Für das Team bleibt natürlich oberste Priorität, dass die WM nicht gefährdet werden darf durch den Titelkampf der Fahrer – ansonsten lässt man das stilisieren zur Neuauflage Senna/Prost gerne zu. Nach Jahren der Durststrecke hat man in diesem Jahr das Luxus-Problem, dass ein externer Gegner nicht wirklich in Sicht ist. Auch wenn Ricciardo am Ende sehr nahe an Hamilton war – die Motorenprobleme bei Renault werden sich wohl über Nacht nicht lösen lassen, der Abstand wird auf anderen Strecken eher nicht geringer. Und beim derzeitigen Kräfteverhältnis ist ein Sieg durch ein anderes Team eigentlich nur denkbar, wenn Hamilton und Rosberg entweder beide einen technischen Defekt erleiden – oder sie sich rauskegeln. Ob Zetsche, Lauda, Wolff dann aber immer noch so entspannt sein werden wie am vergangenen Wochenende, wage ich zu bezweifeln – viel eher ist anzunehmen, dass Lauda die Farbe seiner Kappe bekommt, wenn er „danach“ mit den beiden redet. Denn sein Job ist ganz einfach: Mercedes AMG muss Weltmeister werden. Welcher Fahrer ist Zetsche am Ende wahrscheinlich ziemlich egal. Man darf also gespannt sein wie es weiter geht am kommenden Wochenende in Kanada. Wegen der nur zweiwöchigen Pause und der aufwändigen Logistik (Übersee-Transport) wird es wohl kaum Zeit geben, neue Teile zu entwickeln – aber, man weiß ja nie! Sonntag um 20 Uhr MESZ wird gestartet und wir werden sehen, wie „Star Wars Teil VII / 2014“ weiter geht….

(Bilder: Daimler AG)

Schreibe einen Kommentar