Großer Preis von Singapur 2014 – Formel 1 Gerüchteküche

Game. Set. Match. Spiel, Satz und Sieg Lewis Hamilton. Der Brite erzielte beim Großen Preis von Singapur 2014 nach der Pole-Position am Samstag im Rennen am Sonntag einen beeindruckenden Sieg. Sein Teamkollege Nico Rosberg schied wegen eines defekten Kabels an der Lenksäule in einem spannenden Rennen auf dem spektakulären Marina Bay Street Circuit aus.

Immer wieder beeindruckend, das Nachtrennen der Formel 1
Immer wieder beeindruckend, das Nachtrennen der Formel 1

Gerüchteküche: Fernando Alonso und Sebastian Vettel

Gut, das ist bekannt – aber spannend bleibt die „Silly Season“, der Zeitraum kurz vor Ende des Rennjahres – denn nun werden die Cockpits für die kommende Saison vergeben.

Und hier kommen zwei Top-Fahrer, die in diesem Jahr nicht so richtig zum Zug kommen, immer wieder ins Gespräch: Sebastian Vettel und Fernando Alonso.

Beide haben bei ihrem Arbeitgebern – Red Bull und Ferrari – einen Vertrag für die kommende Saison. Beide beteuern, dass sie diesen auch erfüllen wollen – und trotzdem halten sich die Gerüchte. Alonso wird mit McLaren-Honda und inzwischen gar mit Lotus in Verbindung gebracht. Lotus wird in der kommenden Saison mit Mercedes-Motoren an den Start gehen – also möglicherweise auch ein siegfähiges Team werden. Wenn das Cockpit von Alonso frei werden würde – dann könnte Vettel ins Grübeln kommen, denn Vettel räumt der Scuderia einen besonderen Stellenwert in der Formel 1 ein.

Künftig drei Autos je Team?

Unruhe brachte auch Bernie Ecclestone ins Fahrerlager. Mit der Idee, dass Teams künftig drei Autos statt bisher zwei einsetzen, brachte er die Teams erst einmal gegen sich auf. Zu teuer ist der Spaß den Großen der PS-Branche, die kleinen wissen genau, dass sie dann nicht überleben. Denn wenn Red Bull, Ferrari und Mercedes AMG die Plätze 1-9 praktisch „gebucht“ haben, wird es dahinter schwierig, auch nur einen Achtungserfolg zu erzielen. Und damit ist es für Sponsoren / Geldgeber irgendwie unspannend, sich bei diesen Teams zu engagieren.

Außerdem meine Ecclestone, die Forderung der Teams nach mehr Rennen auf Traditionskursen mit vielen Zuschauern auf den Tribünen wäre nur darstellbar, wenn die Teams auf die Einnahmen verzichten würden, die er als Rechtevermarkter für sie aushandelt. Denn die Formel 1 fährt bekanntermaßen da, wo die meisten Antrittsgelder bezahlt werden.

50 % Freude für Mercedes AMG

Für Mercedes blieben nach dem Wochenende also „50% Freude“ – und 50% Totalausfall. Dabei möchte man sich darauf konzentrieren, beiden Piloten im WM-Kampf gleichwertiges Material zur Verfügung zu stellen, denn schließlich soll diese nicht durch einen technischen Defekt entschieden werden. Toto Wolff meinte nach dem Rennen, dass der Ausfall auf die Kappe des Teams geht und dass man sich bei Rosberg „nur entschuldigen könne.“ Rosberg sprach in seinem Videoblog denn auch vom „bittersten Tag des Jahres“.

Andererseits muss man sagen, dass Hamilton auch schon drei Mal ausgefallen ist wegen technischer Probleme, also einmal mehr als er selbst. Das schöne am Sport bleibt ja

, dass man nicht alles vorhersagen kann – zumindest aus Sicht eines Zuschauers.

„Funkverbot“

Weiniger heiß gekocht als gegessen wurde das Thema „Funkverbot“. Es wurden weniger Funksprüche an die Fahrer abgegeben, auch die direkten Ansagen, wo der Fahrer Gas geben soll wurden unterlassen – und dennoch gab es einige Ansagen im Grenzbereich. Letztlich ließe sich das Thema aber auch auf elektronische Signale auf dem Display des Renners darstellen, daher ist die ganze Diskussion…wohl für die Katz.

Gut ist, dass alle sicherheitsrelevanten Dinge nach wie vor gefunkt werden, alles andere wäre aber auch grob fahrlässig. Und ob es nun sicherheitsrelevant ist, dass Fahrer X vor Kurve Y weniger bremsen soll, oder ob es ihn einfach schneller macht – darüber kann man abendfüllend diskutieren. Wenn der Fahrer aber mit zu heißer Bremse an dieser Kurve in die Leitplanken fährt oder ein anderes Auto abräumt ist sicherlich niemandem geholfen.

Weiter geht es beim nächsten Rennen am 04.10. in Japan. Neues Spiel, neues Glück!
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(Bilder: Daimler AG)

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