Großer Preis von Ungarn 2014 -Vorschau, Gerüchte, sinkende Einschaltquoten und Knochenbrüche

  • Zuschauerschwund bei der Formel 1
  • Vettel im Silberpfeil?
  • Wolff mit Knochenbrüchen nach einem Fahrradunfall
  • Zahlen, Daten und Fakten zum Ungarn GP

2014_30_f1_1Zuschauerschwund in der Formel 1

Nachdem Nico Rosberg den Heim-GP gewonnen hat und Lewis Hamilton eine tolle Aufholjagd hingelegt hat, ist auch klar, dass die Silberpfeile mit oder ohne das FRIC-System schnell sind.

Wenig verwunderlich ist auch, warum das immer weniger Leute interessiert. Schauten im Jahr 2000 noch fast 10 Millionen Menschen (56,3% Marktanteil) die Rennen der Formel 1 an, sind es heute noch 4,3 Millionen (30,1%).

Mit solch unverständlichen Regelinterpretationen wie am vergangenen Wochenende braucht man sich nicht wundern, dass die Leute lieber etwas anderes unternehmen als Fernsehen. Alleine 77 gravierende Änderungen sind seit 2005 gemacht worden – man mag dem Fußball seine Trägheit vorwerfen, aber er hat den Vorteil, dass man auch nach zwei Jahren  (Turnier-) Abstinenz immer noch versteht, was da gespielt wird.

Auch ist die Ausrichtung der Rennserie auf Strecken ohne Zuschauer aber mit gut zahlenden Oberschichten wenig geeignet, den Menschen ans Herz zu wachsen. Rosenwasser spritzen in der Wüste bei bedenklicher Menschenrechtslage ist eben auch nicht jedermanns Sache….

An der Dominanz von Mercedes oder Red Bull in den Vorjahren kann es kaum liegen – denn als die Rekorde eingefahren wurden, fuhr ein gewisser Michael Schumacher auf seinem Ferrari dem Rest des Feldes auf und davon. Auch nicht daran, dass es keinen „Nachwuchs“ nach Schumacher gab, wie das im Tennis nach Boris Becker und Steffi Graf zu beobachten war.

Aber vielleicht auch ein Stück daran, dass ein über 80-jähriger Mann das Thema „Neue Medien“ komplett ausspart und daher ohne Not für einen Großteil seiner Klientel gar nicht sichtbar ist.

„Nicht sichbar“ ist ein gutes Stichwort. Wenn man als Zuschauer am Ring ist, sieht man auch kaum mehr als im Fernsehen – im Gegensatz zu anderen Rennserien, wie der DTM zum Beispiel. Man kommt weder an die Autos noch an die Fahrer, was doch eigentlich ein Reiz ist, für eine Stange Geld an einen Ring zu fahren.

Und dann kommt noch ein spannender Teil: Wird Bernie Ecclestone wegen Bestechung verurteilt, müssen die Autohersteller und Sponsoren Konsequenzen ziehen: Die Compliance-Regeln der Konzerne verbieten Geschäftsbeziehungen zu Personen mit zweifelhaftem Ruf…

Was das Ende der Formel 1 in der bisherigen Form bedeuten würde – man darf also gespannt sein, wie sich die Firmen, die Geld in den Zirkus investieren, positionieren, wenn die Zahlen weiter sinken.

Aber Ecclestone hat das offenbar noch nicht realisiert, wenn man sich seine Äußerungen so anhört…

Gerüchte um Sebastian Vettel

Die Gerüchteküche um Hockenheim spuckte dann noch einen neuen Namen für ein Silberpfeil-Cockpit aus: Sebastian Vettel!

In der letzen Woche hatte Nico Rosberg seinen Vertrag langfristig verlängert – von Lewis Hamilton hörte man solche Nachrichten nicht, sein Vertrag läuft Ende 2015 aus. Natürlich fühlt sich Vettel bei Red Bull verpflichtet, denn ohne deren Förderung wäre er nicht 4x Weltmeister geworden – aber wenn im kommenden Jahr wieder kein Auto kommt, mit dem man Weltmeister werden kann, …
Aber auch McLaren macht Vettel derzeit Avancen – man kann also gespannt sein.

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So seh’n Sieger aus: Niki Lauda, Lukas Pdolski, Dr. Dieter Zetsche

Fahrradunfall von Toto Wolff

Unterdessen hat sich Toto Wolff beim Radfahren mit Team-Mitgliedern ein Schlüsselbein, einen Ellenbogen und ein Handgelenk gebrochen. Glücklicherweise hatten die Formel 1 Piloten an dieser Veranstaltung nicht teilgenommen. Wolff twitterte am Tag nach dem Unfall: „Lewis Hamilton und Nico Rosberg sind besser Rad an Rad mit 300 km/h als wir bei 30 km/h“. Am Rennwochenende wird auch Wolff in Ungarn zu sehen sein und seine Aufgaben wahrnehmen.

Renn-Fakten GP Ungarn 2014

Strecken-Layout

Der Hungaroring ist eine technisch sehr anspruchsvolle Strecke. Sie verlangt nach einem ganz anderen Fahrstil. Nicht dem normalen Ablauf mit einem späten Einlenken am Scheitelpunkt und einem gefühlvollen Umgang mit der Traktion am Kurvenausgang. In vielen Kurven müssen die Fahrer die Höchstgeschwindigkeit beibehalten. Das liegt einigen Fahrern mehr als anderen. Es kommt auch den Stärken einiger Fahrzeuge mehr entgegen als anderen. Besonders gut ist es für all jene Autos, die gut mit längeren Phasen lateraler Kräfte umgehen können. Auf dieser Strecke ist es extrem schwierig, alles auf den Punkt hinzubekommen. Ähnlich wie in Monaco spielt der Rhythmus eine entscheidende Rolle, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß.
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Überholen

Das Überholen ist auf dem Hungaroring notorisch schwierig. Die Start-/Zielgerade ist nicht besonders lang. Die zweite DRS-Zone zwischen Kurve eins und zwei ist hingegen eher eine Biegung. Auch sie bietet nur geringe Gelegenheiten für Überholmanöver. Umso wichtiger ist das Qualifying. Die Startaufstellung ist hier oftmals entscheidend für das Rennergebnis. Dennoch gelangen Lewis 2013 zwei fantastische Überholmanöver auf dem Weg zu einem beeindruckenden Sieg. Beide setzte er in Kurven, in denen seine Gegner niemals damit gerechnet hätten, überholt zu werden. Das beweist: Mit dem nötigen Mut ist alles möglich…

Safety Cars

Die Safety Car-Wahrscheinlichkeit ist angesichts der engen Streckencharakteristik überraschend niedrig. Es gibt allerdings nur sehr wenige Kiesbetten. Stattdessen sind die meisten Kurven mit Asphalt-Auslaufzonen versehen. Das trägt zweifelsohne zu dieser Statistik bei.

Reifen

In Budapest kamen bislang die weichsten Reifenmischungen zum Einsatz. Das bedeutet: Die weiche und die superweiche Mischung. In diesem Jahr bleibt Pirelli seiner Linie treu und hat die mittlere und die weiche Mischung ausgewählt. Das ist wie 2013 anders als in Deutschland. Dort fiel die Entscheidung mit superweich und weich etwas aggressiver aus. Die Streckenoberfläche des Hungarorings ist nicht besonders rau. In der Vergangenheit wurden schon einige Ein-Stopp-Strategien gefahren. Gleichzeitig erreichen die Temperaturen Bereiche, in denen drei Stopps nötig werden können. Eine solche Strategie erwies sich in der Vergangenheit als die häufiger gewählte Variante.
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Wetter

Im Rahmen des Ungarn Grand Prix gab es hin und wieder einige verregnete Sessions. Diese sind jedoch selten und liegen weit zurück. In der Saiso
n 2011 erlebten wir ein Regenrennen. Im Jahr 2012 fand das zweite Training auf nasser Bahn statt. Im vergangenen Jahr blieb es jedoch das gesamte Wochenende über trocken. Wenn es in Budapest regnet, ist der Regen allerdings sehr stark. Dennoch lässt sich das Wetter hier recht leicht vorhersagen. Das Rennen liegt am oberen Ende der Temperatur-Skala. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte von bis zu 45 Grad. Das ist ähnlich wie vor zwei Rennen in Österreich.
(Quelle u.a. Daimler AG, „Vorschau GP Ungarn 2014„)

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