König (Klaus) Ludwig wird 65 Jahre alt

Klaus Ludwig ist einer der erfolgreichsten Tourenwagenfahrer aller Zeiten. Insbesondere die Ära der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) von 1984 bis 1995 hat er nachhaltig geprägt. Für seine Erfolge, darunter die DTM-Meistertitel 1992 und 1994 und der Titel des Vizemeisters 1991, die er auf Mercedes-Benz erzielte, sowie insgesamt drei Le-Mans-Siege haben ihm die Fans den Ehrennamen „König Ludwig“ verliehen. Der 1949 in Bonn geborene Ausnahme-Motorsportler ist Mercedes-Benz Classic heute als Markenbotschafter verbunden. Am 5. Oktober 2014 wird Klaus Ludwig 65 Jahre alt.
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Nach zwei Titeln in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (1979 und 1981) sichert sich Ludwig drei Titel der 1984 ins Leben gerufenen Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft: In den Saisons 1988, 1992 und 1994 führt er die Gesamtwertung an, dazu kommen die Vizemeisterschaft 1991 und Platz 3 des DTM-Klassements im Jahr 1995. Diese Erfolge der 1990er-Jahre erzielt Ludwig auf AMG-Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II (W 201) und der ab 1994 eingesetzten AMG Mercedes C-Klasse DTM (W 202).

Werdegang

Den Werdegang der Kompaktklasse von der Limousine zum Rennsport-Tourenwagen begleitet Ludwig von Anfang an. So gehört er im Mai 1984 zu den 20 ausgewählten Rennfahrern, die den neuen Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 zu dessen Premiere über den Nürburgring steuern. Zur Rundstrecke in der Eifel pflegt Klaus Ludig ohnehin eine enge Verbindung. Bereits als Kind besucht er mit den Eltern Veranstaltungen auf der Rennstrecke, so wird früh sein Interesse für den Motorsport geweckt. Später entdeckt der Rennfahrer die Jagd als einen naturverbundenen Ausgleich zum Wettbewerb auf der Rundstrecke – sein erstes Revier liegt so nahe beim Nürburgring, dass er im Wald das Konzert der Motoren hört.

Auf Klaus Ludwigs DTM-Zeit bei Mercedes-Benz folgen die Jahre 1995 und 1996 in der International Touringcar Championship (ITC), die er allesamt auf einem Opel Calibra bestreitet, zunächst beim Team Rosberg, dann bei Zakspeed.

Danach wechselt er in die FIA-GT-Meisterschaft, die er 1998 auf Mercedes-Benz CLK-LM gewinnt. Kurz überlegt der zweifache Vater nach diesem sechsten Meistertitel, seine aktive Karriere zu beenden. Doch dann starten im Jahr 2000 die Deutschen Tourenwagen-Masters. Klaus Ludwig kehrt als Mercedes-Benz Werksfahrer in dieser neuen DTM hinter das Steuer zurück. Er gewinnt zwei Läufe und kommt auf Platz 3 des Gesamtklassements.

In den Folgejahren fährt Klaus Ludwig weiter Langstreckenrennen und engagiert sich darüber hinaus im historischen Motorsport.

Ende der Karriere

Das letzte aktive 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2012 endet dabei unerfreulich. Klaus Ludwig räumt auf einem Gemballa-McLaren beim Überrunden einen Seat ab und wird später wegen tätlichen Angriffs und Beschimpfung gegen seinen Kontrahenten zu einer Geldstrafe von 10.000 EUR verurteilt. Später entschuldigt sich Ludwig beim Unfallgegner und räumt seine alleinige Schuld am Unfall ein.

Klassik-Rennen

Außerdem steuert der Rennfahrer, seit 2009 offizieller Markenbotschafter von Mercedes-Benz, im Jahr 2011 die von Mercedes-Benz Classic aufgebaute „Renn-Heckflosse“ bei deren Premiere auf dem Nürburgring. Der Mercedes-Benz 220 SE (W 111) wird von der Stuttgarter Marke in Wettbewerben der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR) eingesetzt. Auch an anderen Veranstaltungen des historischen Motorsports wie der Mille Miglia nimmt Klaus Ludwig auf Fahrzeugen von Mercedes-Benz Classic teil.

Testfahrer für Mercedes-Benz

Seine fahrerische Kompetenz nutzt der gebürtige Rheinländer nicht nur am Steuer von Rennsport-Tourenwagen, sondern er bringt dieses Wissen auch in die neuen Personenwagen des Stuttgarter Herstellers ein. So ist der dreifache DTM-Meister ab 2000 für die Daimler-Serienentwicklung aktiv. Ab dem Jahr 2003 gehört er zu der aus Ingenieuren und Profi-Fahrern bestehenden Mannschaft, welche die Fahrkomfort- und Handlingeigenschaften aller neuen Mercedes-Benz Fahrzeuge vor der Markteinführung bewertet und freigibt.

Maybach Exelero
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Zu Ludwigs Entwicklungstätigkeit gehören auch besondere Projekte wie der Maybach Exelero, den Daimler zusammen mit dem Reifenhersteller Fulda entwickelt, um Hochleistungsreifen bei mehr als 350 km/h testen zu können. 2005 erzielt der ehemalige DTM-Fahrer in Nardò/Italien mit diesem Fahrzeug auf Fulda-Reifen 351,45 km/h und damit den Hochgeschwindigkeits-Weltrekord für Limousinen auf Serienreifen

(Quelle und Bilder: Daimler AG, „König Ludwig„, Eigenrecherche)

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