Sicher an Dänemarks Küsten – der Unimog als Lebensretter

Sand und Meer sind eine Gefahrenquelle, die nicht nur in den Küstenregionen Dänemarks oftmals unterschätzt wird. Pro Monat gehen 10 bis 20 Hilferufe und Einsatzanforderungen bei jeder der 21 Search-and-Rescue-Stationen (SAR) an Dänemarks Nordseeküste ein. Es gilt dann, schnellstmöglich ins Meer gezogene Schwimmer und über Bord gegangene Seeleute zu retten, gesunkene Schiffe zu bergen und Maschinenschäden an Schiffsturbinen zu reparieren.
Genauso oft sind jedoch auch Menschen zu suchen und zu retten, die sich an den kilometerlangen Stränden oder in den ausgedehnten Dünenlandschaften der Westküste verirrt haben – und dabei nur allzu oft auch zu Schaden ge­kommen sind.
Genau hierzu setzen die vier SAR-Stationen in Agger, Bornholm und Hanstholm sowie auf Rømø, der südlichsten dänischen Wattenmeerinsel, nahe­zu identische Mercedes-Benz Unimog-Fahrzeuge des Typs U 4000 ein.

Mit Profi-Ausrüstung zum Einsatzort

Voll und ganz überzeugt ist das Team der SAR-Station Hanstholm von der hohen Geländegängigkeit, ergänzt durch die große Verwindungsfähigkeit und Bodenfreiheit des Unimog. Und wer mal das Unimog-Museum besucht hat, weiß, wie sich das anfühlt 
Besonders hervorgehoben werden dabei die Portal­achsen und die Reifendruckregelanlage, die das sichere Vorwärtskommen auf den sandigen Untergründen überhaupt erst möglich machen. „Tirecontrol ist für uns extrem wichtig; wenn wir am Strand zu Einsätzen entlang der Küste fahren, sinken oftmals sogar mehrere Räder tief in den Sand ein. Ohne aus­steigen zu müssen, können wir vom Fahrerhaus aus den Reifendruck von 4,2 bar auf 1,2 bar absenken, wodurch pro Reifen bis zu 50 Prozent mehr Fläche und Grip zur Verfügung stehen. Dadurch können wir uns aus eigener Kraft freigraben und unsere Fahrt ohne Verzögerung fortsetzen“, erklärt Morten Olsen.
Doppelkabine, Frontseilwinde, eine 13-polige Anhängersteckdose und ein nach oben gezogenes Auspuffrohr wurden für die neuen U 4000 ebenso geordert wie ein leistungsstarker Vierzylinder-Dieselmotor mit 160 kW (218 PS). Neben der Reifendruckregelanlage, mit der sich der Unimog aus eigener Kraft freigraben kann (50% mehr Grip-Fläche) spielt die Ausrüstung mit einer Watfähigkeitsanlage (ja, das habe ich auch noch nie gehört) eine große Rolle. Sie erlaubt es dem Unimog, bis in 1,20 m Wasser­tiefe auch bei starker Dünung direkt ins Wattgebiet oder ins Meer hineinzufahren. So sind Rettungseinsätze selbst auf vorgelagerten Sandbänken möglich. Auch Einsatzfahrten, in denen der Unimog an Land parallel zu einem Rettungsboot in bis zu fünf Kilometern Entfernung vor der Küste fährt, sind an der Tagesordnung. Immer mit dem Ziel, die in diesem Radius in Seenot geratenen Personen schnellstmöglich zu bergen und ins nächstgelegene Krankenhaus zu transportieren. Dazu sind in den einsamen Küstenstreifen oft Distanzen bis zu 30 Kilometern zu stemmen, die der Unimog dank seiner Blaulicht-Einsatzgeschwindigkeit mit bis zu 110 km/h mühelos bewältigt.

Hightech-Ausstattung ermöglicht schnelle Ortung und Erste Hilfe

Die Unimog Fahrzeuge sind mit hochmodernen Radarsystemen und Infrarot-Wärmebildkameras ausgerüstet, die auch bei Dunkelheit und Nacht die Ortung vermisster Personen ermöglichen. Auch die Cockpits der U 4000 sind mit modernster Elektronik ausgestattet. Die Suche erfolgt über zwei große Bild­schirme mit Zugriff auf Google Earth und ein automatisches Identifikations­system, das die Identifizierung aller großen Schiffe und Frachter in Küsten­nähe ermöglicht. Im Aufbau des U 4000 befinden sich zahlreiche Spezialgeräte für den Rettungseinsatz: Dazu zählen Hochleistungssuch- und –arbeitsschein­werferanlagen ebenso wie eine Hochdruck-Harpune, mit der sich Rettungs­leinen bis weit ins Meer hinaus zur Rettung Schiffbrüchiger oder in Not geratener Schwimmer abschießen lassen.
Und auch wenn es hier weder um einen SLK, noch einen PKW geht – interessant ist es irgendwie schon, was der Konzern so alles herstellt und was von uns hoffentlich nie jemand benötigt – und wenn doch, ist es gut, dass es ihn gibt, den SAR-Unimog!

(Quelle und Bilder: Daimler AG, „Unimog als Lebensretter„)

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